Raptor-Gaming gehört zu den renommiertesten Hardware-Herstellern im E-Sport Bereich. Bekannt geworden durch seine speziell auf die Bedürfnisse von Spielern zugeschnittenen Mäuse, veröffentlicht Raptor nun mit dem BIOXAR GH1 sein erstes Headset für den Gaming-Einsatz, das exklusiv bei ALTERNATE (www.alternate.de) erhältlich ist. Der Preis ist erfreulicherweise sehr moderat ausgefallen, so dass das BIOXAR GH1 Headset nicht nur Profi-Spielern vorbehalten bleibt. Es muss nun im Test beweisen, ob die Qualität den hohen Ansprüchen von Gamern genügt oder doch nur für den Billig-Grabbeltisch im Elektrodiscounter ausreicht.
Das erste, was einem beim Auspacken der Kopfhörer auffällt, sind die am Bügel flexibel gelagerten Hörmuscheln, die sich für den Transport einklappen lassen, sowie der frei biegbare Mikrofonarm. Damit ist das Headset sehr variabel einstellbar. Die Polsterung der Muscheln ist sehr hochwertig, dafür ist der Bügel komplett ungepolstert. Das schwarze Design hält sich an die üblichen Standards und wirkt damit zwar aktuell, sorgt aber auch nicht für offene Münder. Der Klang wurde vornehmlich auf Spiele abgestimmt. Der satte Bass springt einem schon beim ersten Probehören förmlich an. Der erste Eindruck ist also insgesamt sehr positiv. Besonders die Velour-Verkleidung der Hörmuscheln ist für ein Modell dieser Preisklasse ungewöhnlich.
Klang
Das Headset liefert über die beiden großen Hörmuscheln Stereoklang. Eine Surround-Funktion gibt es nicht. Dafür ist das Stereo-Klangerlebnis sehr ausbalanciert und sauber. Die Polsterung, die die Ohren komplett umschließt, hält unerwünschte Hintergrundgeräusche fern – perfekt für eine laute LAN-Party. Bässe beherrscht das Headset wie im Schlaf. Egal ob Explosionen, Donnergrollen oder Kriegstrommeln – der Klang kommt satt und durchdringend daher. Das Spielerlebnis unterscheidet sich komplett von dem mit Billigkopfhörern. Auch die Mitteltöne überzeugen. Bei den Höhen gibt es jedoch leichte Schwächen. Hier wirkt der Ton beizeiten etwas schwammig und der Klang verliert seine ansonsten tadellose Brillianz. Wer nicht gerade ein eingefleischter Fan von Maria Callas ist, wird dies verschmerzen können. Vor allem, wenn man das Headset dafür einsetzt, wofür es konzipiert ist: für Spiele.
Wer auch Musik hören möchte, kann ebenso beruhigt zum Raptor-Gaming BIOXAR GH1 zugreifen. Wir haben den Test mit dem Gladiator Soundtrack, dem Muse Album "Black Holes and Revelations" und zu guter Letzt als Kracher mit "Indestructible" von Disturbed gemacht. Die Ergebnisse aus dem Gaming Test haben sich hier bestätigt. Während die basslastigen Metal-Titel von Disturbed eine wahre Freude sind, spielt man seine Muse Platten besser auf der heimischen Stereo-Anlage ab. Die Höhen bleiben auch hier nicht immer klar. Zwar Übersteuern die Lautsprecher zu keinem Zeitpunkt und die Qualität reicht vollkommen aus, um die Musik genießen zu können. Aber während sich die Klangqualität bei den anderen beiden Testalben in keinster Weise vor dreimal so teuren Konkurrenten verstecken muss, merkt man den Unterschied bei den hohen Titeln von Muse. Angesichts des Preises ist es aber keine Schande, mit High-End-Sennheiser-Kopfhörern nicht ganz mithalten zu können.
Komfort
Das zweitwichtigste Kriterium neben dem Klang ist der Tragekomfort eines Headsets, gerade für den Dauereinsatz beim Spielen. Um diesen wichtigen Aspekt beurteilen zu können, haben wir das BIOXAR GH1 an fünf Tagen jeweils vier Stunden am Stück getragen, und abschließend als Stresstest an zwei Tagen jeweils zwölf Stunden mit jeweils kleineren Pausen. Gespielt wurden dabei Dawn of War 2, Counterstrike sowie der gemächliche Solotitel Drakensang.
Da der Bügel keine Polsterung hat, waren wir anfangs skeptisch, ob wir den Dauertest ohne Blessuren überstehen würden. Beim ersten Tragen fühlt man die beiden Bügel auf dem Kopf. Da das Gewicht aber zum großen Teil von den eng anliegenden Velour-Hörmuscheln getragen wird, vergisst man schnell, dass es ansonsten keine Komfortkissen gibt. Unsere Befürchtungen konnten also entkräftet werden. Dafür erwies sich der Druck auf die Ohren und Schläfen als störender. Selbst in der weitesten Einstellung drücken die Polster deutlich auf die Kopfseiten. In den vierstündigen Testintervalle fiel dies noch nicht auf, doch beim Dauertest stellte sich ein leicht unangenehmes Druckgefühl ein. Bei actiongeladenen Multiplayer-Sessions ist dies nur nach dem Spielen störend, beim ruhigen Drakensang ertappt man sich aber öfters, auch während des Spiels den Kopf durch kurzes Entfernen der Hörmuscheln zu entlasten. Dieser feste Sitz macht sich aber nur in Extremsituationen bemerkbar und hat dazu den Vorteil, dass es selbst in der Hitze des Gefechts stets bombenfest sitzt.
Durch die Verstellbarkeit passt der Kopfhörer auf jede Kopfgröße. Bei sehr großen Schädelformen verstärkt sich jedoch das Problem mit dem seitlichen Druck. Auch sehr große Ohren könnten Probleme haben, komplett unter die an sich großzügig dimensionierten Hörmuscheln zu passen.
Mikro
Für jeden ernstzunehmenden Multiplayer-Titel ist Teamspeak Pflicht. Ohne gutes Mikrofon geht hier gar nichts. Raptor-Gaming hat seine Hausaufgaben gemacht und anders als viele Konkurrenten beim BIOXAR GH1 nicht am Mikrofon gespart. Sprachbefehle und Kommandos werden sehr klar empfangen. Hintergrundgeräusche stören das Vergnügen kaum, wenn man das Mikrofon gut positioniert. Auch hier ist wieder die Optimierung für LAN-Partys erkennbar. Der Clou ist jedoch die Flexibilität des Mikrofonarms. Dieser ist kein dünner, leicht biegsamer Plastikstab, sondern ein mehrfach gelenkiger Metallarm. Damit kann man den Arm in jede beliebige Position bringen und er bleibt dann auch bis zum Ende aller Tage dort. Besser kann man es nicht lösen.
Verarbeitung
Das Design ist auf den ersten Blick hochwertig. Vor allem die gepolsterten Hörmuscheln fallen ins Auge. Bei näherem Hinsehen kann das Raptor-Gaming BIOXAR GH1 dieses Niveau jedoch nicht halten. Dazu sind zu viele einfache Plastikteile verbaut und zu viele Schraubenschächte sichtbar. Das sind zwar nur optische Mängel, vermitteln aber keinen vertrauenserweckenden Eindruck, selbst wenn der Wackeltest bestätigt, dass das Headset stabil gebaut ist.
Ein echte Schwachstelle sind die Leisten, mit denen man den Bügel vergrößern- oder verkleinern kann. Diese sind nur aus Plastik, wodurch die Arretierung verschleißen kann. Der Bügel bleibt dann nicht mehr in seiner Einstellung, sondern vergrößert sich schon bei geringem Druck.
Ausstattung
Die Kabellänge ist mit knapp über 2 Meter ausreichend, aber dennoch geringer als bei anderen Gaming-Headsets. Die obligatorische Kabelfernbedienung ist dafür genau in der richtigen Höhe angebracht. Sie ist in Griffweite, baumelt aber nicht ständig vorm Bauchnabel herum. Als Schnittstelle dienen zwei 3,5mm-Klinkenstecker, so dass Mikrofon und Kopfhörer an so gut wie jeden PC passen und zur Not auch mit mp3-Playern, Handys und anderem Kleingerät zurechtkommen.
Durch die einklappbaren Hörmuscheln lässt sich das BIOXAR GH1 leicht transportieren. Der Nachteil ist jedoch, dass sich die Muscheln auch dann durch einen leichten Stoß einrollen, wenn man sie nur eben mal beiseite gelegt hat. Dies ist jedoch nur eine Kleinigkeit.
Fazit
Das Raptor-Gaming BIOXAR GH1 ist ein gutes Headset, das in einigen Bereichen - vor allem bei der Tieftondarstellung, dem Mikrofon und den Hörmuscheln - sogar sehr gut ist. Als Gaming-Headset ist es perfekt geeignet und bekommt dafür einen eTest-Tipp. Am erstaunlichsten ist, dass das Headset weniger als die Hälfte von vergleichbaren Produkten kostet und trotzdem das gleiche leistet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einmalig! |