Netbooks sind in aller Munde. Zweifellos hat sich "Netbook" als Sammelbegriff für günstige Mini-Netbooks durchgesetzt – sehr zum Missfallen des britischen Herstellers Psion. Der behauptet, bei dem Begriff handle es sich um eine Marke von Psion. Vor rund zehn Jahren hatte der Hersteller sein Psion netBook vorgestellt und im Zuge dessen, Markenrechte an dem Begriff in den USA, Kanada, der EU, Singapur und Hongkong angemeldet. Doch erst mit Erscheinen des Asus Eee-PC Ende 2007 und der plötzlich in die Höhe schnellenden Nachfrage nach ähnlichen Geräten setzte sich die Bezeichnung Netbook auf dem Markt durch – wobei sich aber kaum jemand der eigentlichen Herkunft des Begriffes bewusst war. Das änderte sich Ende letzten Jahres, als Psion rechtliche Schritte wegen mutmaßlicher Markenrechtsverletzung einleitete und Unternehmen, die ihre Geräte als "Netbook" vermarkten, abmahnen ließ.
Der Stein des Anstoßes: Psions netBook
Nun geht der Netbook-Streit in die nächste Runde; einige der abgemahnten Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück und wollen Psions Ansprüche nicht anerkennen, allen voran die Branchengrößen Dell und Intel. Dell bezichtigt Psion der Falschaussage, da ein Psion-Produktmanager gegenüber dem US-Patent- und Markenamt im Jahr 2006 behauptete, das britische Unternehmen würde die Marke netBook noch aktiv nutzen. Dies soll aber seit mehr als drei Jahren nicht mehr der Fall sein, weshalb Dell nun die Löschung der Marke beim Patentamt beantragt hat. Intel hat mit einer ähnlichen Begründung Klage gegen Psion eingereicht. Außerdem, so heißt es weiter in der Begründung, habe sich der Begriff inzwischen als allgemeine Gattungsbezeichnung etabliert und sei damit nicht mehr als Markenname, die rechtlich geschützt werden könne, zu verstehen.