3. Ein Wort zur Zukunftssicherheit
Die Vorstellung, sich eine Grafikkarte zu kaufen, die heute aktuell und auch in einigen Jahren noch konkurrenzfähig ist, ist illusionär. Auf kaum einem anderen Sektor geht der technologische Fortschritt so schnell vonstatten wie bei Grafikchips. Wer immer ein High-End-Produkt im Rechner haben möchte, muss viel Geld investieren. Dies ist aber nicht für jeden nötig. Fast alle Anwendungen laufen auch auf teils deutlich günstigeren Karten.
Abgesehen von immer opulenteren Spielen wächst der Hardware-Hunger der meisten Programme langsamer als die Entwicklung der Grafikkarten. Wer heute mit seiner Grafikkarte alle seine Anwendungen problemlos betreiben kann, wird dies auch in einigen Jahren noch können. Es schmerzt zwar, wenn man nach einem Jahr beobachtet, dass die eigene Grafikkarte für einen Bruchteil des früheren Kaufpreises im Laden steht. Dies lässt sich aber nicht vermeiden. Es gibt keinen "besten Zeitpunkt", an dem man eine Grafikkarte kaufen sollte. Es wird immer binnen kürzester Zeit bessere oder preiswertere Produkte geben. Entscheidend ist, dass alle Anwendungen weiterhin stabil laufen, auch wenn es längst neuere Grafikkarten gibt.
Die Ausnahme bilden Spiele, die dem Rechner immer mehr abverlangen und auf alten Grafikkarten schnell ihren Charme verlieren können. Hier bieten sich zwei Strategien an. Entweder öfter recht günstige Grafikkarten kaufen, um so immer alle aktuellen Spiele zumindest auf mittleren Details spielen zu können. Hier ist mit einer Investition von rund 200 Euro alle zwei Jahre zu rechnen. Oder man kauft sich eine High-End-Grafikkarte für 400 Euro oder mehr und benutzt sie so lange, bis aktuelle Spiele nur noch auf niedrigen Details laufen und ersetzt sie dann.
Welche Methode man bevorzugt ist reine Geschmackssache. Man sollte aber in jedem Fall der Versuchung widerstehen, sich auf die absoluten Spitzenprodukte jenseits der 500-Euro-Marke einzulassen, die für einen horrenden Aufpreis nur einen geringen Leistungszuwachs bieten, der nach zwei Jahren so gut wie gar nicht mehr ins Gewicht fällt. Derartige Grafikkarten sind nur für Hardware-Puristen, für die es Selbstzweck ist, eine "State-of-the-art" Hardware-Ausstattung ihr Eigen zu nennen.
In Zukunft geht die Entwicklung hin zu einer kombinierten CPU- und Grafiklösung. Da Grafikkarten heutzutage neben der reinen Grafikberechnung auch viele andere Aufgaben übernehmen, wie etwa Physikberechnung, Videoentschlüsselung und sogar wissenschaftliche Rechnungen, überlegen verschiedene Anbieter, Grafikkarten noch universeller einzusetzen. Intel plant etwa mit dem Larrabee eine Architektur zu schaffen, die aus mehreren CPUs besteht, aber die Aufgaben einer Grafikkarte übernimmt. Nvidia geht den umgekehrten Weg und entwickelt unter dem Namen Tesla Grafikkarten, die auch CPU-Aufgaben übernehmen. Auch AMD beschreitet einen ähnlichen Weg. Bis diese ganzen Projekte sich durchgesetzt haben, werden jedoch noch einige Jahre vergehen. Man sollte sich also nicht vom Kauf einer Grafikkarte abhalten lassen.
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