f) SLI-Modus
Es gibt die Möglichkeit, zwei oder sogar drei bzw. vier Grafikkarten parallel zu betreiben und damit die Grafikleistung in Bereiche zu treiben, die man selbst mit einer High-End-Karte nicht erreicht. Hierbei wird die Grafiklast auf zwei Grafikkarten verteilt, womit die Leistung theoretisch um 100 % gesteigert wird, in der Praxis aber um 30% bis maximal 50%.
Bei Karten aus dem Hause ATI nennt man diesen Verbund Crossfire, bei Nvidia dagegen SLI. Damit SLI bzw. Crossfire möglich ist, sind zwei PCIe x16 Slots auf dem Mainboard nötig. SLI erfordert zudem ein Nvidia Mainboard. Weiterhin zu beachten ist auch, dass einige Grafikkarten so große Lüfter besitzen, dass sie einen etwaigen zweiten Slot verdecken und so kein SLI-Verbund möglich ist. Sie können diese Information den Auswertungen der Testberichte entnehmen. Zwei Grafikkarten benötigen auch mehr Strom. Daher muss das Netzteil des PCs genug Leistung besitzen, um den Mehraufwand zu stemmen. 500 Watt sind dabei das Minimum, reichen für zwei High-End-Karten aber auch nicht mehr aus, so dass man dort sogar 700 Watt benötigt. Dies wirkt sich natürlich auf die Stromrechnung aus.
Per SLI verbundene GeForce 8800 GT Grafikkarten (Bild: Nvidia)
Es gibt Grafikkarten, die von Werk aus mit zwei GPUs versehen sind und daher Dual-GPU Karten genannt werden. Das Prinzip ist genau das gleiche wie bei SLI und Crossfire, mit der Ausnahme, dass beide Chips auf einer Platine untergebracht sind und nur einen PCIe-Slot benötigen. Dual-GPU finden sich ausschließlich im High-End Bereich.
Egal ob Dual-GPU oder SLI- und Crossfire mit zwei getrennten Karten, es tritt ein unerwünschtes Phänomen auf, das Mikro-Ruckler genannt wird. Dadurch, dass beide Karten nicht komplett synchron arbeiten, entsteht eine kleine Verzerrung, die sich durch kleine Aussetzer in der Bildwiederholrate bemerkbar macht. Diese ist unabhängig davon, ob die Grafikkarte ausgelastet ist, oder nicht. Die Wahrnehmung ist jedoch subjektiv. Es gibt Spieler, die diese Mikro-Ruckler selbst bei höchster Konzentration nicht bemerken. Andere hingegen fühlen sich massiv gestört.
Insgesamt sind SLI und Crossfire etwas für Leistungshungrige. Der Aufpreis lohnt sich in den wenigsten Fällen, da eine schnelle Karte zum Preis von zwei günstigeren im SLI Modus meist schneller als das Tandem ist. SLI lohnt sich also nur dann, wenn man die Grafikfähigkeiten des Systems über das Maß, das man mit nur einer High-End-Grafikkarte erreichen kann, hinaus steigern möchte.
g) Grafikkarten-Anschlüsse
In Abhängigkeit davon, wie vielseitig Sie Ihre Grafikkarte einsetzen möchten, sollten Sie auch auf die vorhandenen Anschlüsse achten.
Grundsätzlich gibt es zwei Standard-Anschlüsse:
• VGA, für einen analogen Monitor
• DVI, für einen digitalen Monitor (z.B. TFT-Monitor)
 Es gibt nur noch wenige Grafikkarten, die nur einen VGA-Anschluss haben. Die meisten haben beide und immer mehr nur noch einen DVI-Anschluss, da es kaum noch analoge CRT-Monitore gibt.
Einige Grafikkarten besitzen zwei DVI-Ausgänge, um zwei Monitore anschließen zu können. Dies ist aber nicht mit einem Dual-Link DVI-Anschluss zu verwechseln. Dabei handelt es sich nur um einen Anschluss, der jedoch die doppelte Datenmenge transportieren kann. Dies ist bei hohen Auflösungen wichtig. Wer z.B. Filme in Full HD schauen möchte, braucht einen Dual DVI-Anschluss. Ein herkömmlicher DVI-Anschluss reicht hierfür nicht aus.
HDMI ist ein weiterer Anschluss speziell für HD-Filme. Sowohl HDMI als auch Dual-Link-DVI gibt es mit HDCP-Unterstützung. HDCP ist ein Kopierschutz für hochauflösende Filme, der verhindern soll, dass die Filme mitgeschnitten werden. Sowohl Grafikkarte als auch Monitor müssen den Kopierschutz unterstützen, ansonsten können entsprechend verschlüsselte Filme nicht dargestellt werden.
Neben den beiden Standard-Anschlüssen gibt es noch weitere, wie z.B. S-Video und Composite/Cinch als Ausgangsschnittstelle, teilweise auch als Eingangsschnittstelle. Diese Anschlüsse können als Schnittstelle zu externen Geräten wie z. B. einem Videorecorder verwendet werden. Einige Grafikkarten sind sogar mit einer FireWire-Schnittstelle für den Anschluss einer Digitalkamera etc. ausgestattet.
Manche Hersteller bieten auch Grafikkarten mit einem TV-Tuner an. Sie ermöglichen den TV-Empfang am Computer.
|