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1.4 Arbeitsspeicher

 

Der Arbeitsspeicher ist ein großer Zwischenspeicher, der alle anfallenden Daten im laufenden Betrieb verwaltet. Öffnet man ein Bild von der Festplatte und dreht es mit einem Bildbearbeitungsprogramm, werden die Pixeldaten in den Arbeitsspeicher kopiert. Der Prozessor entnimmt diese dann von dort, führt die Berechnung des gedrehten Bildes aus und legt die neuen Daten wieder im Arbeitsspeicher ab. Erst wenn man das Bild speichert, werden die Daten wieder auf die Festplatte übertragen. Der Arbeitsspeicher, auch RAM (Random Access Memory) genannt, ist viel schneller an die CPU angebunden als eine Festplatte. Würde die CPU bei der Berechnung mit der Festplatte anstatt des RAMs kommunizieren, würde die Berechnung ein Vielfaches der Zeit beanspruchen. Darum kann kein PC ohne Arbeitsspeicher funktionieren.

Die Leistungsfähigkeit des Arbeitsspeichers hängt vor allem von der Größe ab. Zwei Gigabyte sollten es für einen Allround-PC schon sein. Darüber hinaus ist noch die Verteilung des Speichers auf die Riegel wichtig. Man kann diese zwei Gigabyte auf einem Riegel kaufen, der nur einen Slot auf dem Mainboard belegt, oder zwei Bausteine mit jeweils einem Gigabyte, die zwar zwei Slots belegen, dafür aber meist günstiger als ein großer Riegel sind.

Es gibt verschiedene Arten von Speicher. Aktuelle Speicherarten sind die DDR-Speicher. Das hat nicht mit Ostdeutschland zu tun, sondern steht für Double-Data-Rate, also doppelte Datenrate. Neben dem veralteten DDR-Speicher, sind DDR2- und DDR3-Speicher verbreitet. DDR3 ist neuer und schneller, dafür erheblich teurer als DDR2. Zu beachten ist, dass die meisten Mainboards entweder nur DDR2- oder DDR3-Speicher verwenden können. Setzt man einen Prozessor der Intel Core i7 Reihe ein, muss man zwingend DDR3-Speicher verwenden. Mainboards mit dem passenden Sockel für diese Prozessoren unterstützen aber in jedem Fall DDR3, so dass man sich hier keine Gedanken um die Kompatibilität machen muss.

Neben der schieren Größe ist auch die Geschwindigkeit relevant, mit der Daten von und zu der CPU gesendet werden. Auch ein Speicher besitzt eine Taktfrequenz, die angibt, wie schnell die Daten transferiert werden. Dieser Wert ist zwar in der Werbung nicht so dominant, in der Praxis aber entscheidend, da die Speicheranbindung häufig ein Flaschenhals des Systems darstellt. 667 Mhz ist ein guter Richtwert für jeden PC, der mehr als Office und Internet können soll. Bei Spielen und aufwendigen Berechnungen wirkt sich aber auch ein höherer Takt positiv aus. Es macht keinen Sinn, Riegel mit unterschiedlicher Taktung zu verwenden, da nur jeweils die niedrigere für beide Bausteine genutzt wird. Eine so heterogene Mischung aus Bausteinen ist darüber hinaus schädlich für die Systemstabilität.

Bei einem großen Speicher addieren sich zwar die Einzelvolumen zu einem großen Gesamtvolumen, es kann aber jeweils nur ein Datensatz zugleich in den Arbeitsspeicher geschrieben werden. Laufen mehrere Programme oder ein komplexes Programm, das aus mehreren Abläufen gleichzeitig besteht, ist es häufig günstiger, wenn zwei Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen würden, die dann gleichzeitig angesteuert werden könnten. Zwei Speicherriegel, die besonders gut aufeinander abgestimmt sind, können vom Computer bei Bedarf als zwei getrennte Speicherplätze genutzt werden anstatt als ein großer. Diese Technik nennt man Dual Channel. Dafür sind jedoch einige Voraussetzungen zu erfüllen. Als erstes müssen zwei baugleiche Speicherriegel verwendet werden. Des weiteren muss bei Intel CPUs das Mainboard und bei AMD CPUs die CPU selbst Dual Channel unterstützen.

Da die synchrone Verwendung von mehreren Speicherchips im Dual Channel Einsatz eine heikle Angelegenheit ist, bei der es auf das genaue Timing der Daten ankommt, bieten viele Hersteller Sets von Riegeln an, die aus der gleichen Fertigung stammen und perfekt aufeinander abgestimmt sind. Dies ist nicht nur ein Werbegag, sondern ein echter Mehrgewinn.

 


1.5 Grafikkarte

 

 

Zum Thema Grafikkarten bieten wir aufgrund der Komplexität des Marktes einen eigenen Artikel an, deshalb werden hier nur die Grundlagen zusammengefasst. 

Grafikberechnungen sind in den letzten Jahren so komplex geworden, dass die CPU alleine nicht mehr hinterher kommt. Darum greift ihm ein spezieller Chip auf die Sprünge, der nur für 3D-Berechnungen konzipiert ist. Dieser kann entweder im Mainboard integriert sein oder auf einer extra Steckkarte Platz finden. Letzteres ist die leistungsfähigere, aber auch teurere Variante. Für Büro-PCs ist eine Grafikkarte nicht nötig, wer jedoch Spiele oder hochauflösende Filme genießen möchte, kommt um eine Anschaffung nicht herum.

Wichtigste Eigenschaft einer Grafikkarte ist die Leistung. Dies ist zudem auch das komplexeste Gebiet, so dass für einen genauen Überblick nochmals auf den Ratgeber Grafikkarten verwiesen wird.

Es gibt zwei Arten von Grafikkartenanschlüssen, zu denen man jeweils das passende Mainboard braucht: AGP und PCIe. Neben der Leistung als wichtigstem Merkmal unterscheiden sich Grafikkarten noch in den zur Verfügung stehenden Ausgängen. Da der Monitor an die Grafikkarte angeschlossen wird, ist dies ein wichtiges Merkmal. Die beiden häufigsten Anschlüsse sind VGA und DVI. VGA ist ein analoger Anschluss, der für die veralteten Röhrenmonitore konzipiert war. Aber auch moderne TFT-Displays verfügen häufig noch über eine VGA Schnittstelle. Aber erst mit einem digitalen DVI Anschluss können diese ihre maximale Bildqualität erreichen.

 

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  Datum: 04.02.2012