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Kaufberatung: Hardware Handbuch
 

 

1.8 Gehäuse

 

Alle Bauteile brauchen Schutz vor Staub, Stößen und umkippenden Cola-Flaschen. Hier kommt das Gehäuse ins Spiel. Es wird jedoch nicht nur das Innere vor der Umwelt geschützt. Die Umwelt wird durch die Dämmung auch umgekehrt vor den Betriebsgeräuschen der Komponenten geschützt. Es gibt verschiedene Standardgrößen für Gehäuse. Jedes Gehäuse ist jedoch anders geformt und aufgebaut und bietet mehr oder weniger Platz.

Es gibt drei grundlegende Bauformen: Midi-Tower, Mini-Tower und Barebones. Midi-Tower, einschließlich der noch etwas größeren Big-Tower, sind die größten Vertreter und dafür gedacht, unter dem Tisch zu stehen. Sie bieten ausreichend Platz für alle denkbaren Komponenten. Mini-Tower sind kleiner und passen in der Regel neben den Monitor auf den Tisch. Barebones sind ein Sammelbegriff für alle kleineren Gehäuseformen. Diese kompakten Gehäuse können unter dem Monitor platziert werden oder im Wohnzimmer dem DVD-Player Gesellschaft leisten. Barebones werden häufig schon mit einem speziell dafür angefertigten Mainboard ausgeliefert, da handelsübliche Boards zu groß sind. Der Begriff Barebone wird aber auch allgemein für Gehäuse egal welcher Größe benutzt, die schon mit Mainboard angeboten werden. Es besteht also Verwechslungsgefahr, da der Begriff nicht eindeutig ist. 

Die meisten Tower folgen dem gleichen prinzipiellen Aufbau. Das Mainboard wird so mit dem Gehäuse verschraubt, dass die Leiste mit den Anschlüssen genau mit einer Öffnung im Gehäuse auf der Rückseite zusammenfällt. Gleichzeitig befinden sich dort Blenden, die entfernt werden können und den Platz für die Anschlüsse einer PCI-Karte frei machen. Steckt keine Karte in dem Steckplatz, bleibt die Öffnung geschlossen. Man sollte sich vor dem Kauf vergewissern, dass nicht nur das Mainboard sondern auch das Gehäuse genug Platz für alle Zusatzkarten bietet.
Auf der Vorderseite befinden sich ebenfalls Blenden. Hinter diesen befinden sich aber keine PCI Steckplätze sondern Einschübe für die Laufwerke und Festplatten.

Ein Gehäuse weist noch weitere Öffnungen auf. Eine davon ist für das Netzteil gedacht, das den PC mit Strom versorgt. Darüber hinaus gibt es noch Platz für Lüfter, die das Innere mit wichtiger Frischluft versorgen. Den meisten Gehäusen liegen ein oder mehrere dieser kleinen Luftrotoren bei, die ausreichen, einen Standard-PC mit genug Luft zu versorgen. Auch wenn noch mehr Platz im Gehäuse zur Verfügung steht, reichen ein oder zwei Lüfter vollkommen aus – jeder weitere würde nur die beim Betrieb auftretenden Geräusche erhöhen. Um die Kühlung der Hardware Komponenten zu gewährleisten, gibt es auch noch andere Konzepte. So haben einige Tower einen Luftschlauch eingebaut, der die Frischluft effektiver zu den kritischen Stellen leitet. Andere Gehäuse sind auch ohne Kanal für eine perfekte Luftzirkulation optimiert. 

Die Anzahl der Lüfter zu beschränken ist nicht die einzige Maßnahme, um unerwünschte Geräusche zu reduzieren. Einige Gehäuse besitzen eine Dämmschicht. Verbreitet sind auch elastisch gelagerte Käfige für die Laufwerke, damit Vibrationen nicht an das Gehäuse weitergegeben werden. 

Das wichtigste Kriterium beim Kauf eines PC-Gehäuses wird bei vielen aber sicherlich das Design sein. Gehäuse kommen in allen Designvarianten daher – von klassisch bis futuristisch, von funktional bis elegant. Einige Gehäuse werden durch farbige LED Leuchten illuminiert. Andere gewähren durch transparente Verkleidungen Einblick ins Innere. Es gibt sogar Accessoires, mit denen man den PC nach eigenem Gutdünken verschönern kann. Dieses Aufmotzen der Optik des Computers nennt man dann Case Modding.

Übrigens gibt es viele Laufwerke mit austauschbaren Blenden in unterschiedlichen Farbtönen, damit die edle Optik eines schwarzen Gehäuses nicht durch unpassende Laufwerke in mausgrau getrübt wird.

 

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  Datum: 11.02.2012