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Kaufberatung: Hardware Handbuch
 

 

1.3 Mainboard

 

Die Hauptplatine, auch im deutschsprachigen Raum gängigerweise Mainboard oder Motherboard genannt, ist mit Sicherheit das komplexeste Bauteil, da es den Dreh- und Angelpunkt des ganzen PCs darstellt. Anders als bei den übrigen Bauteilen steht auch eher die Ausstattung als die Leistung im Vordergrund. Das liegt daran, dass sich auf der Platine zahlreiche Steckplätze befinden, in die alle anderen Komponenten eingesteckt werden, darunter Hauptprozessor, Arbeitsspeicher und Grafikkarte. Zusätzlich befinden sich am Mainboard Blenden, die man von außerhalb des Gehäuses erreichen kann und auf der sich weitere Anschlüsse befinden. Wenn Sie schon einmal eine Maus an einen PC angeschlossen haben, dann haben Sie schon Ihr erstes Hardware Teil mit einem Mainboard verbunden, auch wenn es Ihnen nicht bewusst war. Neben dem Anschluss für den Nager und die Tastatur finden sich meist noch USB- und Firewire-Anschlüsse und je nach Ausstattung auch Ports für eine Soundanlage und ein Netzwerkkabel. Gesteuert wird das Ganze vom BIOS, einem Programm, mit dem viele grundlegende Einstellungen getroffen werden können und das beim Starten des PCs noch vor dem Betriebssystem ausgeführt wird und den Computer überhaupt erst hochfahren lässt. Das BIOS ist in einem besonderen Speicher auf der Hauptplatine gespeichert. 

Die Hersteller lassen sich mehr noch als bei anderen Hardware Komponenten immer neue Features einfallen, so dass es nie eine vollständige Liste aller möglichen Konfigurationen geben wird. Die wichtigsten wurden aber im folgenden zusammengestellt:

Bevor man überhaupt mit der Suche nach einem Motherboard beginnt,muss man sich die Frage beantworten, welcher Hauptprozessor das System antreiben soll. Von dessen Sockel hängt ab, welche Hauptplatinen überhaupt in Frage kommen. Es wird immer nur ein Sockeltyp unterstützt, weswegen im Vorfeld sorgfältig geplant werden sollte. Aktuelle Mainboards nach Sockel sortiert gibt es in unserer Hardware Komponenten Rubriken Sockel 775 und Sockel AM2

Danach ist die zweite grundlegende Entscheidung zu treffen, welche Größe – auch Formfaktor genannt - die Platine haben soll. Die gängigste Größe ist das ATX Format, das in die meisten Gehäuse passt. Sollte vom Hersteller des Gehäuses keine Angabe gemacht werden, kann davon ausgegangen werden, dass ein ATX Board passen wird. Für kleinere PC, z.B. Wohnzimmer-PCs, gibt es das MicroATX Format, das deutlich weniger Platz beansprucht. Darüber hinaus gibt es noch einige alternative oder ältere Formate. Diese sind aber nur wenig verbreitet und spielen in der Praxis kaum eine Rolle. 

Das BIOS sorgt dafür, dass der PC hochgefahren und das Betriebssystem geladen wird. Wenn man den Startknopf drückt, wird das BIOS aus einem speziellen Speicher auf dem Mainboard geladen, der die Daten im Gegensatz zum Arbeitsspeicher auch dann bewahrt, wenn die Stromversorgung ausgeschaltet ist. Dieses Programm kann man noch vor dem Start von Windows und Co konfigurieren und einige grundlegende Einstellungen für das System vornehmen. Das Menü sollte wegen der Fülle an Optionen übersichtlich gestaltet sein. Darüber hinaus schwankt die Vielfalt der Einstellungsmöglichkeiten von Board zu Board. Je mehr Einstellungen geboten werden, desto besser. Allerdings kommt es vor, dass einige BIOS-Versionen stabiler laufen als andere. Diesen Faktor sollte man nicht aus den Augen verlieren. 

Einige Mainboards bieten die besonders interessante Option zum Übertakten des Systems. Das bedeutet, dass die Komponenten mit einem höheren Takt angesteuert werden als vorgesehen. Dadurch erhöht sich die Systemleitung. Dies ist aber auch mit einem gewissen Risiko verbunden. Die Garantie entfällt dabei in jedem Fall und nur fortgeschrittenen Usern kann dazu zu geraten werden.

Für die Leistungsfähigkeit des Boards ist der verwendete Chipsatz entscheidend. Die beiden großen Entwickler für Mainboards Intel und Nvidia veröffentlichen ein Referenzdesign, das von den Herstellern aufgegriffen und teils 1:1 übernommen, teils aber auch in weiten Teilen verändert wird. Der größte Unterschied zwischen den Produkten aus den beiden Lagern ist, dass nur die Nvidia Chipsätze SLI unterstützen, also den gleichzeitigen Betrieb von zwei oder mehr Nvidia Grafikkarten. AMD Ati Grafikkarten können hingegen per Crossfire sowohl von Intel als auch Nvidia Mainboards im Verbund eingesetzt werden. Welcher Chipsatz eine angemessene Leistung bietet, entnehmen Sie am einfachsten den Testberichten.  

Ein erster Anhaltspunkt ist der Front Side Bus. Dies ist eine wichtige Datenleistung vom und zum Hauptprozessor. Je höher die Taktfrequenz, desto besser. In Tests fallen oft die Begriffe North- und Southbridge, die zusammen den Chipsatz bilden. Dabei handelt es sich um spezielle Chips, die die Kommunikation zwischen CPU und anderen Komponenten. Im Falle der Northbridge ist dies der Datenverkehr zur Grafikkarte und dem Arbeitsspeicher. Die Southbridge kümmert sich um den Rest. Für eine Kaufentscheidung braucht einen das aber nicht weiter zu interessieren und man sollte sich nicht unnötig verwirren lassen.

 

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  Datum: 11.02.2012