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Kaufberatung: Notebooks
 


3. Nun wird’s technisch – Worauf ich beim Kauf eines Notebooks achten sollte!


a) Prozessor

Die Manie hinsichtlich der maximalen Prozessorgeschwindigkeit hat ein wenig nachgelassen. Denn es hat sich herumgesprochen, dass die Arbeitsgeschwindigkeit eines Notebooks nicht ausschließlich von der Taktrate – ausgedrückt in Gigahertz (GHz) – des Prozessors abhängt. Obwohl das in der Werbung häufig so suggeriert wurde. Auch Arbeitsspeicher, Festplatte und Grafikkarte tragen ihren Teil dazu bei.
Trotzdem spielt natürlich auch der Prozessor (CPU = Central Processing Unit) bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle. Eines vorweg: Zwischen den beiden großen Anbietern AMD und Intel gibt es keine großen Qualitätsunterschiede. Mal hat der eine Anbieter die Nase vorn, mal der andere. Meistens sind die Prozessoren des einen Anbieters günstiger und stromsparender, die des anderen leistungsfähiger. Zurzeit sind die Intel-Prozessoren klar schneller und etwas sparsamer, dafür bekommt man bei AMD für weniger Geld mehr Leistung (Stand 02/2009). 


In Notebooks werden entweder herkömmliche Desktop-Prozessoren oder spezielle CPUs eingesetzt.
Desktop-Prozessoren sind im Vergleich meistens schneller, leistungsfähiger und dabei kostengünstiger. Allerdings verbrauchen sie etwas mehr Strom, benötigen für die Kühlung eine stärkere Lüftung und machen die Notebooks größer und schwerer. Die einfachsten Varianten – sie werden in den preislich günstigeren Geräten wie den Einsteiger-Notebooks eingesetzt – sind die Prozessoren Celeron M bei Intel und Mobile Sempron bei AMD. Sie arbeiten bei gleicher Taktzahl langsamer als die höherwertigen CPUs, sind billiger und für Office-Anwendungen, Internet und anspruchslose oder alte Spiele (z.B. Die Sims oder World of Warcraft) durchaus ausreichend. Leistungsfähiger sind die Mobile Athlon (AMD) und Pentium M (Intel) Prozessoren.
Maß der Dinge sind aber auch im Notebook-Bereich Mehrkernprozessoren, namentlich die Intel Core 2 Duo und die AMD Turion 64 X2
Prozessoren, mit denen auch Programme, die eine größere Rechenleistung erfordern, problemlos laufen können. Gleichzeitig bieten die Core-2-Duo- sowie die Turion-64-X2-Familie einen niedrigen Stromverbrauch, sind aber etwas teurer als herkömmliche Prozessoren. Nichtsdestotrotz haben sie sich fast flächendeckend durchgesetzt und man findet kein Notebook mehr ohne sie. Anders bei Netbooks. Dort werkeln noch veraltete Celeron ULV Prozessoren oder vergleichbare Chips.
 

b) Festplatte

Hinsichtlich der Festplatte sind vor allem zwei Dinge interessant: ihre Größe und ihre Schnelligkeit.
Der Festplattengröße sind schon durch die Geräteausmaße selbst Grenzen gesetzt; die Speicherkapazitäten bewegen sich zwischen 80 und 500 Gigabyte. Aber auch bei Notebooks lassen sich Speicher erweitern oder externe Festplatten anschließen. Da erstere Möglichkeit sehr aufwändig ist, bietet sich eine externe Festplatte an, die vergleichsweise günstig zu haben ist. Etwas umständlich ist das zusätzliche Gerät jedoch trotzdem, da es ebenfalls mitgeschleppt werden muss. Daher ist es ratsam, vor dem Kauf zu überschlagen, wie groß die Speicherkapazität für das eigene Nutzungsverhalten sein müsste. Wer sich zum Beispiel auf dem Notebook die eigenen Digitalfotos ansehen und abspeichern möchte, sollte ein Gerät mit einer Festplatte von mindestens 120 Gigabyte wählen. Ein Notebook mit 30 oder gar nur 20 Gigabyte könnte allenfalls ausreichen, wenn man sich sicher ist, dieses vor allem für Office-Programme oder mal zum Surfen im Internet nutzen zu wollen. Eine externe Festplatte kann hier als Backup-Speicher dienen.
Aber auch auf die Schnelligkeit sollte ein Blick geworfen werden. Denn der leistungsfähigste Prozessor nützt wenig, wenn die Festplatte benötigte Daten nicht zügig liefern kann. Eine schnelle Festplatte erkennt man an den Umdrehungen pro Minute – 5400 Upm sind schon recht fix – und der Größe des Zwischenspeichers (Cache). Dieser sollte schon eine Kapazität von 4 Megabyte haben. Aber auch hier gilt: die eigenen Ansprüche entscheiden. Textverarbeitung und ähnliches kommen gut mit nur 4200 Upm aus.


c) Arbeitsspeicher

Hier muss nicht unbedingt geklotzt werden, aber kleckern sollte man auch nicht. Denn die Kapazität des Arbeitsspeichers – RAM (Random Access Memory) genannt – hat eine starke Auswirkung auf die Schnelligkeit des Rechners. Ist der Arbeitsspeicher ausgelastet, werden nämlich Daten auf die Festplatte ausgelagert und müssen bei Bedarf von dort wieder zurückgeholt werden. Dieser Datenaustausch geschieht recht langsam und bremst den Rechner merklich aus. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch an, was sich negativ auf die Akku-Laufzeiten auswirkt.
Wer sein Notebook hauptsächlich für die Textverarbeitung und zum Abrufen von E-Mails nutzt, wird mit einem RAM von 512 Megabyte auskommen – vorausgesetzt er nutzt nur Windows XP oder Linux. Anspruchsvollere Programme, zum Beispiel für die Bildbearbeitung, aber auch die meisten Spiele, machen erst bei 2048 Megabyte (2 Gigabyte) Freude. Für so genannte Power-User und passionierte Spieler kann dies aber noch zu wenig sein: professionelle Grafikprogramme oder aufwändige Actionspiele erfordern extrem viel Rechenleistung und einen entsprechend großen Arbeitsspeicher: 3 Gigabyte sollten es dann schon sein. Wer mehr nutzen möchte, braucht zwingend Windows Vista in der 64-Bit Variante.
Wer erst nach dem Kauf entdeckt, dass er zu wenig RAM hat, kann aber aufatmen. Der Arbeitsspeicher lässt sich relativ problemlos erweitern. In der Regel gibt es einen freien SO-DIMM-Slot der entsprechend bestückt werden kann. Am besten ist es, mit seinem Notebook zum Händler zu gehen und sich dort das richtige Modul einsetzen zu lassen. Es muss schließlich zum vorhandenen passen.


d) Grafikkarte

Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Grafikkarte für die Arbeitsgeschwindigkeit des Notebooks. Wer sein Gerät auch ausgiebig für die Bildbearbeitung oder für Spiele nutzen will, sollte zum Beispiel lieber einen Bogen um die – billigeren – Grafikkarten mit "Shared Memory" machen. Das bedeutet nämlich, dass diese Chips über keinen eigenen Speicher verfügen und sich stattdessen beim Arbeitsspeicher bedienen. Dies wiederum geht zu Lasten von Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit. Für Office-Programme, Internet und einfachere Spiele sind diese Grafikkarten jedoch ausreichend. Sie verstecken sich auch unter der Bezeichnung "Onboard", da sie im Mainboard fest integriert sind. Generell gilt: je weniger sie vom Arbeitsspeicher abzapfen, desto besser.
Anspruchsvolle Nutzer sollten lieber ein Notebook mit einer – teureren – separaten Grafikkarte mit eigenem Speicher wählen. Am leistungsfähigsten sind High-End-Chips, die jedoch sowohl den Preis in die Höhe drücken als auch die Akkulaufzeit in den Keller befördern.
Wichtig ist, sich sehr genau zu überlegen, wofür das Notebook genutzt werden soll und was die Grafikkarte in dieser Hinsicht leisten können muss. Denn wer sich erst einmal ein Gerät mit einer Onboard-Karte gekauft hat, dem bleibt, wenn diese nicht leistungsfähig genug ist, nur eine Möglichkeit: ein neues Notebook kaufen. Onboard-Karten lassen sich nicht austauschen oder aufrüsten.

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  Datum: 09.02.2012